Einführung
Forschung
Zeugen-Aussagen
Fragen und Antworten
Literatur
Kontakt-Adressen

Ibogaine

Im Juni 1998 erschien eine kürzere Version dieses Artikels in der
LONDON TIMES
Ibogaine
Simon Witter

Es könnte unsere Gesellschaft ändern und hundert Tausenden von Menschen das Leben retten, doch die Entwicklung von Ibogaine ist zur Zeit in einem bitteren Gerichtsprozess versumpft, der den Erfinder Ibogaine's schon beinahe ruiniert hat. Ist dies der Gral, die Erlösung von der Sucht? Ist es die größte pharmakologische Erfindung des 20ten Jahrhunderts? Oder ist es nur eine der sensationellen Geschichten, in denen ein visionärer Erfinder verkannt wurde und alle Vorteile für die Menschheit verloren gingen? Simon Witter geht der Sache auf den Grund....

Suzie's Kopf fühlte sich an wie aufgespaltet. Überall war Licht. Sie konnte ihr gereinigtes Gehirn sehen, und war wie geblendet von seiner Leuchtkraft, doch sie wollte es ansehen. Auf dem Bildschirm ihres Bewusstseins flackerten Bilder auf, die von einem sich schnell fortbewegenden Lichtbündel eines nach dem anderen kurz erleuchtet wurden. Die Themen der Bilder wechselten mit einer Unerbittlichkeit die sich ihrer Kontrolle entzog.

Suzie tritt in die zweite Phase eines 36 Stunden Erlebnisses das mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Suchtverhalten heilen wird. Vor ein paar Stunden nahm sie eine Dose von Ibogaine und nun liegt sie im Bett mit "Wachträume", fasziniert von dramatische Visionen, die interpretiert sein wollen , um ihr bisherigen Leben besser zu verstehen. Suzie's Hoffnung ist es, nach diesem Trip ohne Entzugserscheinungen aufzustehen und für immer von ihrer Bedürfnis nach Heroin befreit zu sein. Die Fallbeschreibungen von hunderter von Patienten vor ihr weisen darauf hin, dass sie eine gute Chance zur Verwirklichung ihres Wunsches hat.

Ibogaine ist ein Alkaloid, das von der Wurzel eines afrikanischen Strauches mit dem lateinischen Namen Tabernanthe Iboga stammt. Es ist ein Halluzinogen, das in Gabon von der Bwiti-Gesellschaft für Einweihungszeremonien verwendet wird. In den 90er Jahren war es im Zentrum einer weltweiten wissenschaftlichen Debatte wegen seiner Fähigkeiten, Entzugserscheinungen von Opiaten zu eliminieren und gleichzeitig psychotherapeutisch wirkungsvoll zu sein. Sollte es gelingen, es für einen erschwinglichen Preis auf den Markt zu bringen, ist das Potential von Ibogaine außerordentlich, wie viele seiner Fürsprecher betonen. Es ist schon ein Wunder für die medizinische Welt, die Sucht nach Opiaten schmerzlos zu kurieren, doch das Ibogaine-Erlebnis soll auch höchst wirkungsvoll sein gegen die Sucht nach Kokain, Alkohol und anderen Süchten.

Ungefähr 300 Personen wurden mit Ibogaine behandelt in den letzten 10 Jahren, doch bis jetzt ist es eine sehr teure Angelegenheit. Ibogaine ist beschränkt legal in Belgien und der Schweiz. Ironischerweise ist es illegal in den Vereinigten Staaten, wo es in derselben Kategorie erscheint wie die harten Drogen von deren Sucht es heilt (und dies wegen der allgemeinen post-psychedelischen Panik in den 70er Jahren, die zum "Controlled Substances act" führte. In allen anderen Ländern ist es legal.

Die drei Hauptfiguren weltweit in der Behandlung mit Ibogaine sind Howard Lotsof, Dr. Deborah Mash und Eric Taub. Lotsof, der für das neu-erweckte Interesse für Ibogaine verantwortlich ist, behandelt bisweilen Patienten während eines 7-tägigen Aufenthaltes in Panama für einen Preis zwischen $8000 und $ 20 000. Seine Konkurrenz ist Dr. Deborah Mash, die auf St.Kitts ein zweiwöchiges Programm für $10000 anbietet. Eric Taub behandelt Personen auf einem Schiff in internationalen Gewässern. Er unterhält nun eine Klinik in Costa Rica und in Italien ($2200). Von ihm stammen die zufriedenstellendsten Berichte.

Es mag wohl noch ein Duzend anderer geben, die Behandlungen mit Ibogaine nach der Art von Taub anbieten, und bisweilen erscheinen Angebote für die Ibogaine-Wurzel aus Afrika im Internet. Doch solange Ibogaine nicht legalisiert wird und für eine breite Masse für einen erschwinglichen Preis zugänglich ist, wird es eine Therapiemethode für die wenigen Privilegierten bleiben.

"Ich blieb in jeder Phase so lange wie ich es für nötig hielt", erinnert sich Bob, einer von Taub's Patienten. " Dann wurde ich wie von einer mächtigen Welle ergriffen und die Dinge überstürzten sich. Saphir-blaue Tentakeln bewegten sich längs der Wand und verwandelten sich in Blumen und dann in andere wunderschöne lichterfüllte Gestalten. Ich hörte Musik, Stimmen, und andere vielseitige Geräusche. Obwohl ich mich etwas fürchtete, gefiel es mir sehr. Die Intensität verblieb auf diesem Niveau für eine gewisse Zeit. Dann änderte sich plötzlich alles. Ich befand mich in einem See von Sinneserlebnissen und begann, meine Augen zu schließen. Hinter meinen Augenliedern öffnete sich ein Universum. Meine Augenlieder waren wie Fenster durch die man Visionen in einem Art Vakuum dahinschweben sah."

"Während der ganzen Zeit liefen meine normalen Gedankenprozesse wir normal weiter, doch konnte ich Kraft meiner Gedanken Visionen von Menschen oder Musik hervorbringen. Ich hatte das Gefühl, dass alles was ich benötigte oder verstehen sollte sich in diesem Gehirn befanden. Es wurde mir klar dass Gedanken eine Unendlichkeit von Realitäten kreieren können. Sobald ich die Augen öffnete, war mein räumliches Orientierungsbewusstsein zwar unverändert, doch gleichzeitig sah ich außerordentliche Halluzinationen. Ich war mir bewusst, dass Ibogaine mich lehrte, eine Reihe von inneren Konflikten zu lösen. Auf der einen Seite was ich von der normalen Realität weit entfernt und gleichzeitig löste ich viele meiner tiefsten Probleme. Ich wieder Zugang finden zu etwas , was ich seit langem vermisste. Ich sah ein Gesicht Gottes. Es erschreckte mich, ich fürchtete für mein Leben und meine Gesundheit. Daraufhin erbrach ich mich, was mich sofort von dieser Schwelle der Erfahrungen zurückholte."

Diese Ibogaine-Erfahrung mag sich bizarr und fremd anhören, doch sie ist nur eine von Hunderten von ähnlichen Erlebnissen, die von der Wirksamkeit einer neuen Droge zeugen und daher eine Flut von wissenschaftlichem Interesse erweckt. Bis jetzt erschienen ca. 4000 Veröffentlichungen über Ibogaine einschliesslich schnippigen Publikationen wie "Mikrotubuläre Quantum- Kohärenz : eine neuronale Basis für das Aufkommen von Bewusstsein?".

In den 50er und 60er Jahren wurde Ibogaine von dem amerikanischen Psychologen Leo Zeff und dem Psychiater Claudio Naranjo in ihrer Praxis angewandt und der gigantische Chemie-Konzern CIBA (heute CIBA-Geigy) erforschte es auf seine anxiolytische Wirksamkeit. Doch Ibogaine's Potential für einen schmerzfreien und rapiden Drogenentzugs wurde durch einen Zufall entdeckt.

1992 gab jemand Howard Lotsof - damals ein Film-Student in New York- eine Dose Ibogaine. Nachdem er jedoch erfuhr, dass es sich um ein Halluzinogen handelt dessen Wirkung 36 Stunden dauert, entschied er sich auf ein derartig ermüdendes Erlebnis zu verzichten und es einem Freund zu geben, der mehr Erfahrung mit psychedelischen Drogen hatte. Dieser ging darauf ein und erzählte ihm danach, dass es sich um eine neue und völlig ungewöhnliche Droge handelt. Zu dieser Zeit war Lotsof Mitglied eines Zirkels von ca 20 Freunden, die mit psychoaktiven Drogen wie Meskalin, DMT, Psylozibin und LSD (alle legal zu dieser Zeit) experimentierten. Einige dieser Drogen haben eine euphorische Wirkung, andere nicht. Sie nahmen Ibogaine aus wissenschaftlicher Neugier ohne irgendeine Absicht, ihren Drogenkonsum aufzugeben. Doch 33 Stunden nach der Einnahme von Ibogaine entdeckte Lotsof, dass er nicht mehr von Heroin abhängig war. Für 6 Monate nach diesem Erlebnis blieb er absolut drogenfrei. Auch der Rest der Gruppe hatte ähnliche Erfahrungen.

Zu dieser Zeit war Lotsof gerade 19 Jahre alt und hatte natürlich keine pharmazeutisches Wissen und geriet diese durch Zufall entdeckte Revelation in Vergessenheit. Als aktives Mitglied der "Gegenkultur" der 60er Jahre ging er von einer Studenten-Revolution zur anderen, die sich zu dieser Zeit vor allem um die "Freie Rede Bewegung" in Berkeley, Kalifornien drehte. Nachdem er 1969 wieder heroinabhängig wurde, unterzog er sich ein Jahr später in eines der ersten Methadon-Programme. So konnte er seinem Leben wieder Stabilität geben, arbeitete als Klempner in New York und studierte Film und Fernsehen. In den 80er Jahren überkam ihm jedoch das Gefühl, dass seine Erfindung "zu wertvoll war, um es nicht weiter zu verfolgen" und so fing er an so reines Ibogaine wie möglich zu finden, um wissenschaftliche Forschungen anfangen zu können. 1986 gründete er eine Firma in New York, NDA International, Inc, deren Zweck erstens eine humanitäre Mission war und zweitens seine Entzugsmethode mit Ibogaine-Hydrochlirid unter dem Namen ENDABUSE an den Markt bringen sollte. Er meldete verschiedene Patente über den Gebrauch mit Ibogain an und der Weg schien frei, dieses Behandlung zu Millionen Bedürftiger zu bringen.

Am Anfang sorgten versimplifizierte Berichte für die Verbreitung des Gerüchtes, dass man mit Ibogaine seine gesamte Kindheit wiedererlebt um dadurch die Lücken auffüllen zu können, die zu Suchtverhalten führen. Die während des Trips klar und prägnante Einsicht in die Ursachen der Sucht sollte zu einer unmittelbaren Heilung führen. Wenn eine Dose von Ibogaine wirklich wie eine lebenslange Psychotherapie wirkt, wäre es in der Tat der größte pharmazeutische Durchbruch des Jahrhunderts. Es würde nicht nur Millionen von unfruchtbaren Drogen-Kriegen befreien, sondern würde auch Psychotherapeuten in der ganzen Welt um die Arbeit bringen.

"Während ich in die Leere schaute", sagt Bob, "sah ich alle meine mir nahe stehenden Personen. Ich hatte kurze Visionen die meine Beziehung zu ihnen skizzierten und fühlte dabei tiefe Liebe und Mitgefühl. Auch während der zweiten Phase, die etwa 12 Stunden dauert, hatte ich hunderter dieser kurzen, komprimierten Bilderszenen, die Tagträumen ähnlich sind, nur dass sie viel lebhafter sind und mehr Einzelheiten beinhalten. Sie folgten sehr rasch aufeinander und hatten oft einen abstrakten Quarakter. Diese Tagträume verliefen sich schliesslich in lästiges "Gedanken-Geschnatter". So stand ich auf um eine Kleinigkeit zu essen und las dann im Bett bis ich einschlief. Ich wachte erfrischt auf und fühlte mich wie 10 Jahre jünger und mehr in Frieden mit mir selbst als ich es Jahren war. Auch hatte ich das sichere Gefühl, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als was man anfassen kann."

"Ibogaine ersetzt nicht eine Therapie," betont Lotsof. "Im Gegenteil. Es öffnet die Seele einer wie auch immer stark verdrängten Person und eist alte Erinnerungen los um sie unmittelbar in einer intensive Therapie verwenden zu können. Daher erfordert es wenigstens über einen kurzen Zeitraum hinweg eine sehr intensive Arbeit von Ärzten und Therapeuten. Man kann nicht sagen: "Ich habe einen offenen Termin für sie nächsten Donnerstag." Für jemand der Ibogaine genommen hat zählt nur das Jetzt!"

Dr. Ken Alper, assistierender Professor für Psychiatrie und Neurologie and der Universität von New York, bekennt: "Für mich ist es nicht mehr nur ein Glaube. Ich sah wie jungen Mann der täglich 70 mg Methadon einnahm, nach Panama ging und zurückkam ohne irgendetwas einzunehmen. Und er fühlte sich dabei gut. Ich kenne keine andere Substanz die so etwas erreichen kann".

Während die große Mehrzahl der Fallbeschreibungen mit Ibogaine positiv sind, gibt es dennoch einige wenige Patienten, deren Behandlung nicht ganz glücklich verlief. Janet, eine Alkoholikerin aus Kalifornien, die letzten Dezember $10000 für ihre Behandlung in St. Kitts bezahlte, erinnert sich dass es bei ihr nicht funktionierte:

"Es ist wie LSD mal eine Million. Ich suchte Gott in der Pille" . OK, ich sah God - ich sprach mit ihm. Es war alles so real! Doch es war kein all-liebender Gott. Er hat mir nur Angst gemacht. Einer der Süchtigen verwandelte sich in Jesus Christus und wurde gekreuzigt. Ibogaine funktionierte sogar für mich einen Monat lang. Warum? Es macht dich so krank dass du nicht einmal mehr ans Essen denkst und noch weniger an Drogen. Ich möchte nie mehr diese Visionen. Ich hatte Probleme zu atmen. Gott erinnerte mich zu atmen. So viel Geld für einen Schwindel! (Man erzählte mir die Erfolgsrate für Alkoholiker sei 100%). Das waren also die Gründe warum ich für einen Monat lang keinen Alkohol mehr drank."

"Ich glaube dass es Leute gibt, die glauben, dass Ibogaine sie von ihrer Sucht befreite. Großartig. Ich wünschte mir dasselbe Resultat. Doch es funktionierte nicht für mich. Nach einer Ibogaine-Therapie wurde mir gesagt, man soll Antidepressiva nehmen und eine Psychotherapie anfangen. Wenn Ibogaine wirklich jede Sucht heilt, warum in Teufels Namen hat man dann noch nötig, etwas anderes zu tun? Ich kann nur sagen, eine Sucht ist hart. Und bis jetzt gibt es keinen Zaubertrick, der dich von einer Sucht über Nacht befreit - selbst Ibogaine nicht."

Was ist also die Erfolgsrate der Entzugsbehandlung mit Ibogaine? "Für eine Entgiftung von Opiaten funktioniert es in beinahe 100% der Fälle", sagt Lotsof, "Was die Unterbrechung von der Sucht nach chemischen Substanzen betrifft würde ich die Ergebnisse so aufteilen: 10% sind unmittelbar geheilt, 10% profitieren wenig von der Behandlung und der Rest benötigt drei bis vier Behandlungen über einen Zeitraum von zwei Jahren. Es handelt sich nicht nur um ein pharmakologisches "Umkehr". Die Sucht nach Chemischen Substanzen ist erlernt und muss deshalb ver-lernt werden. Ibogaine ist ein Instrument mit dem eine Sucht ver-lernt werden kann und gleichzeitig blockt es Entzugserscheinungen."

Alle Ibogaine-Patienten sind sich darüber einig, dass eine gute Psychotherapie eine wichtige Komponente der Behandlung darstellt. "Der Langzeiterfolg vieler Ibogaine - Behandlungen wurde durch das Fehlen eines systematischen und detaillierten Plans für die Zeit nach der Ibogaine - Erlebnisses kompromittiert." sagt Dr. Ken Alpers. "Ibogaine verschafft dir einen gewissen Zeitraum, in dem der Körper von der Sucht geheilt ist. Doch ist es kein Ersatz für eine Psychotherapie. Es ist wie ein NDE ( near death experience): weißes Licht und ein Strom von Informationen die es dir erlauben, dein Leben zu revidieren und Knoten zu lösen, die dich in Obsessionen festhalten. Doch es ist von entscheidender Bedeutung, wie du all dies interpretierst."

"Ich kenne kein besseres Mittel für eine psychologische Selbst -Erforschung und -Heilung," sagt Laura. "doch ist es nicht wie eine Penizillin - Impfung , bei der die Heilung sich ohne bewusste Arbeit von selbst einstellt. Ibogaine benötigt eine Kooperation. Es liess mich spielerisch sein ohne Schuldgefühle. Ich fühle mich nun viel vitaler und eins mit dem Leben. Meine Sinne haben sich verschärft und ich kann Sinneseindrücke mehr genießen. Die Schönheit und Verbundenheit mit der Natur lässt mich tiefe Freude empfinden. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass ich mich verbessern müsste oder dass ich irgendetwas erreichen müsste. Ich bin entspannt und erfreue mich meines Da-seins. Es ist nun ein Monat nach meiner Ibogaine- Sitzung und ich sehe mich als eine zuversichtliche, freie und glückliche Person."

Dies hört sich wie ein Wunder an, doch während ihrer Ibgogaine-Erfahrung sah Laura auch ihren eigenen Tod und erbrach die Droge, was ihr später leid tat da sie so "die Gelegenheit vermisste, das Todes-Erlebnis bewusst zu erleben." Jeder Patient kommt mit seine eigenen individuellen Problemen und bestimmt damit den Verlauf der Sitzung. Doch auch Personen die nach der Sitzung sehr zufrieden und glücklich waren hatten nicht selten während der Ibogaine-Erfahrung Augenblicke in denen sie furchterregende Visionen sahen.

Die Idee Drogen - Sucht mit einer psychoaktiven Droge zu heilen erweckt viele Kontroversen. Vielleicht ist es die größte Hürde, diese Methode allgemein zu akzeptieren. Ist es nötig, vor einer Sitzung mit Ibogaine Erfahrung mit anderen psychoaktiven Drogen zu haben?

"Ich glaube nicht", insistiert Howard Lotsof. "Auch ohne jegliche Erfahrung mit Halluzinogenen kann man getrost Ibogaine einnehmen. Es ist nicht wie LSD. Es gibt keine grossen Stimmungsänderungen. Man fühlt weder Euphorie noch Depression. Man fühlt sich eher neutral. Dies macht es in meinen Augen eine sehr sichere Droge. Ich bin mehr besorgt für Personen mit Herz-Kreislaufbeschwerden. Man ist 24, 36, manchmal bis zu 48 Stunden wach und ich möchte diesen Stress keinem mit ernsthaften medizinischen Problemen zumuten. Unsere Forschungsergebnisse deuten auf die Tatsache, dass Ibogaine gegen epileptische Anfälle hilft, doch haben wir bis jetzt Personen mit Epilepsy von der Behandlung ausgeschlossen. Die am schwierigsten zu behandelnden waren bis jetzt Patienten mit aufgestautem Ärger. Sie projizieren diesen großen Ärger auf "diese Frau", "diesen Vater", "diese Mutter", und während der gesamten Ibogaine-Erfahrung konzentrieren sie ihre gesamte Energie auf alles mögliche außer sich selbst."
Neueste wissenschaftliche Forschungen bringen weitere positive Wirkungen von Ibogaine ans Licht. Viele Patienten beschreiben dass sich ihr Kontrollvermögen während des Ibogaine - Erlebnisses wieder eingestellt hätte. Dr. Ken Alpers konnte dies bestätigen an Hand von Beobachtungen von Gehirnwellen Krack- Süchtiger vor und nach der Einnahme von Ibogaine. "Drogen - Sucht ist ein sadistischer Scherz der Natur", sagt er. "Das Gehirn eines Süchtigen ist nicht mehr im Gleichgewicht. Seine neurologische Chemie funktioniert nicht mehr richtig. Ibogaine normalisiert das EEG, es repariert die Neuro-Chemie des Gehirns."

Patrick, ein Multi-Media Direktor in London, ist enttäuscht über die einseitige Betonung über die Ibogaine in der Sucht-Behandlung. "Niemand spricht über seine große Bedeutung als ein Instrument um mehr über sich selbst zu lernen. Seine Wirksamkeit in der Bekämpfung von Drogensucht ist spektakulär, doch viele Patienten waren daran interessiert, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und nicht an einem Drogen-Entzug." "Es ist das wirksamste Mittel in der Psychotherapie oder Psychoanalyse das es gibt," betont Lotsof.

Sarah Emanon, eine 50jähriger Psychotherapeutin, die mit Eric Taub zusammen arbeitet, hat Ibogaine drei mal eingenommen. Sie berichtet von einem spektakulären Durchbruch im Verstehen ihrer Gefühle der Einsamkeit und Isolation. "Ich fühlte mich zurückversetzt in die Zeit als ich ein Baby und sah wie mich meine Adoptiv-Mutter in ihren Händen hielt. Mein Kopf wackelte hin und her und meine Nase prallte gegen ihren Hals. Ich fühlte es physisch. Dann roch ich sie, doch der Geruch war nicht richtig für mich. Ich kann mich noch heute sehr gut an diese Reaktion erinner. Ich wollte nicht bei ihr sein. Ich wollte von ihr wegkommen da ihr Geruch nicht stimmte. ...Dies war für mich der Anfang mich selbst zu akzeptieren und nicht mehr meinen eigenen Entwicklungs-Prozess auf andere zu projizieren. Selbst nach jahrelanger Psychotherapie kam ich nie auf dieses Schlüsselerlebnis. Nun fühlte und erlebte ich , dass ich meine Stiefmutter nie wirklich liebte und was mein Verbindung zu ihr verhinderte: sie roch nicht richtig."

"Ich fragte mich ob es möglich sein könnte, sich an meine wahre Mutter zu erinnern. Einen Augenblick später war ich wieder in der anderen Erfahrung versunken, in der ich mit einem anderen Wesen verschmelzte. Ich war dieses kleine Kind und zur selben Zeit fühlte ich mich als diese enormes Stück weicher Haut. Und ich konnte die Wärme und den Geruch sinnlich wahrnehmen. Alles war ich! Es war größer als ich, doch es war ich. Und ich konnte die Herzhaftigkeit und die Zartheit dieser Frau fühlen. Und ich fühlte wie einige Tränen auf meiner Haut auftrafen. Ich fühlte ihre Traurigkeit und ich war diese Traurigkeit. Es war die Traurigkeit, die ich mein ganzes Leben lang fühlte. Dann hatte ich das Gefühl weggenommen zu werden und allein zu sein. Es war nicht besonders schmerzhaft an, doch ich fühlte mich sehr verlassen. So verstand ich, warum ich tue was ich tue. Es war niemand da der sich um mich kümmerte und so lerne ich mich allein durchzuschlagen. Ich lernte, allen zu sein und damit ok zu sein. Wann immer ich mit Leuten zusammen war, verlor ich mich und suchte deshalb anschließend allein zu sein um mich wieder zu sammeln."

Schon lange vor Ken Alpers Forschung mit dem Elektroenzephalogramm hatte Emanon den Eindruck, dass Ibogaine die Integrität der Chemie des Körpers wiederherstellt. "Ibogaine scheint auf einer Ebene zu wirken, die dem Bewusstsein entzogen ist. Ich nehme an dass alle psychologischen Prozesse auch physiologische und chemische Veränderungen nach sich ziehen. Während der Hypnose haben wir zum Beispiel die Möglichkeit, das Gedächtnis auf einer zellulären Ebene zu erreichen oder in anderen Worten: während der Hypnose können wir können das chemische Substrat des Gedächtnisses beeinflussen. Auch unter dem Einfluss von Ibogaine ist der Körper, das Gehirn und seine Gedankenprozesse sehr offen. Sobald also eine Erinnerung auftaucht werden gleichzeitig die physiologisch mit ihr verketteten chemischen Veränderungen in Gang gesetzt. Dies ist die als instinktives Körpergefühl wahrgenommene Komponente der Erinnerung. Vielleicht gelingt es Ibogaine, diese starke chemische Verkettung zu lockern. Dadurch würden konditionierte, unfreie Verhaltensmuster ver-lernt oder ausgeschaltet."

Jegliche Abhängigkeit von Ibogaine ist schon deshalb ausgeschlossen, da es viel psychische und physische Arbeit erfordert. Randy fasst es so zusammen: " Jeder der Ibogaine nehmen möchte, sollte wissen, dass es nicht viel mit Spaß zu tun hat. Man ist seinem Selbst gegenübergestellt. Das ist alles was dir bleibt während des Trips."

Eine weibliche Patientin erinnert sich: "Während der schwierigsten Augenblicke dachte ich, dass etwas mit mir nicht stimmen kann. Sonst hätte ich mich nicht dieser Behandlung ausgesetzt. Doch dann sah ich das Ganze wieder viel positiver und denke nun , dass ich es vielleicht in ein paar Jahren wiederholen werde. Das Erlebnis erinnerte mich daran wie ich einst im Bett lag um meine Söhne zu gebären. Ich litt ruhig und ohne mich zu beklagen, da ich etwas sehr wertvolles ans Licht zu bringen hatte."

Nur ein einziges mal erschien Ibogaine auf dem Schwarzmarkt. 1967 konfiszierte die Polizei von dem Landkreis Suffolk in Kalifornien eine einzige Dose, die zur Verdünnung von Heroin verwendet wurde. Haight Ashbury berichtet dass es in San Franzisko bisweilen von jugendlichen Süchtigen als Ersatz für LSD verwendet wurde. Ibogaine verschwand plötzlich vom Markt und es scheint dass die Drogenhändler sich klar darüber wurden, dass die Droge sie um einen großen Teil ihrer Klienten bringen kann. Auch wurde berichtet dass eine Klinik in Mexiko sich weigerte, Forschung mit Ibogaine zu machen, da sie sich sonst den Zorn der lokalen Drogen-Mafia zuziehen würde.

Ibogaine sollte schon in drei Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Doch die teuren Forschungen die nötig sind um eine Substanz auf den Markt zu bringen bekamen zwei tödliche Rückschläge:

Ironischerweise ist es ein gerichtliches Tauziehen zwischen den zwei Figuren , die sich am meisten für die Entwicklung von Ibogaine eingesetzt haben, die nun den Fortschritt in seiner Forschung aufhalten. Gemäss Lotsof hat Deborah Mash die kritischen Studien über die Toxizität von Ibogaine suspendiert und hat nun einige Substanzen patentiert, die dem Ibogaine ähnlich sind. Lotsof hat sie wegen Vertragsbruch angeklagt da sie erstens die Forschungen [von Lotsof beauftragt] unterbrach und zweitens analoge Substanzen von Ibogaine patentierte, die vertragsrechtlich NDA [der Firma Lotsof's] gehören sollten. Doch Mash machte eine Gegenklage und Lotsof hatte nicht genügend Geld für seine Verteidigung. Einen Tag bevor er den Prozess verlor wegen Nichterscheinen bekam er das Angebot von einem Rechtsanwalt, den Fall zu übernehmen unter der Vorrausetzung, dass er nur bezahlt würde wenn sie den Prozess gewinnen. So wurde der Prozess vertagt, doch für Lotsof könnte es schon zu spät sein.

"Abgesehen von meiner eigenen Geschichte", sagt Lotsof, "die Tatsache dass so die Legalisierung dieser Droge hinausgezögert wurde, ist schrecklich. Alle Tests könnten nun schon abgeschlossen sein. Die Forschung wurde nur gestoppt, um dem Ibogaine ähnliche Substanzen zu entwickeln. Es sind Substanzen wie zum Beispiel Biocative Tycyclic Ibogaine Analog, für das jedoch noch nicht einmal Tierversuche gemacht wurden."

Wie zu erwarten lehnt Dr. Mash Lotsof's Version vehement ab und beharrt darauf, dass Trycyclic Ibogaine Analoge in eine total andere Klasse gehören die von einem ihrer Kollegen der Universität von Minnesota entwickelt worden sind, unabhängig von ihren Ibogaine - Studien an Menschen. Ihr Vertrag mit Lotsof beziehe sich nur auf " Forschungsergebnisse die die Anwendung von Ibogaine betreffen". Außerdem hätte Lotsof sie und ihre Kollegen Juan Sanchez - Ramon und Dr. Lee Hearn in Miami besucht um ihre Entdeckung von Nor-Ibogaine zu diskutieren. Lotsof wäre damit einverstanden gewesen, die Gewinne mit ihr zu teilen, doch als er dann wieder zurück in New York gewesen sei, hätte er alle Ergebnisse für sich beansprucht und sie verklagt. Obwohl Mash alle Forschungskosten übernahm überschrieb die Universität von Miami alle Rechte von Nor-Ibogaine auf Lotsof, da sie einen Gerichts-Prozess befürchtete. Lotsof forderte darraufhin $500 000 von der Universität für die erste Anwendung des Patentes, während er als der einzige Besitzer und Erfinder zu nennen sei.

"Es ist unverständlich!," sagt Mash. "Wir waren die einzige Akademie die ihm die Möglichkeit anbot, seine Droge auf eine wissenschaftlich glaubhafte Weise zu testen und er beißt die Hand die ihn füttert! Ich habe mich abgerackert um von der FDA die Erlaubnis zu bekommen, die Droge an Menschen auszuprobieren, was den Wert seiner Patente offensichtlich beträchtlich erhöht hätte. Doch er war nicht in der Lage etwas Geld einzubringen. Es kostet eine Menge Geld, eine Droge zu homogolisieren.
Ich habe es nicht und es ist nicht meine Aufgabe, Geld zu finden so dass es anschließend reich werden kann. Nor-Ibogaine, was meiner Ansicht sehr vielversprechend ist, wird wahrscheinlich in Vergessenheit geraten. Wir wollten mit Herrn Lotsof darüber verhandeln. Wir boten ihm Geld an und Aktien. Doch er schlug ab. Er will die Kontrolle über alles. Lotsof's Ego erlaubt es nicht, dass irgendjemand anderes an dem Ibogaine-Geschäft teilhaben kann. Er hat alle Brunnen vergiftet."

Außerdem hat NIDA (National Institute on Drug Abuse, eine Filiale des National Institute on Health in Maryland), die bis jetzt schon Millionen in die Entwicklung von Ibogaine hineingesteckt haben, dem Projekt den Rücken gekehrt. Eine Mögliche Erklärung dafür ist die "Methadone Mafia", die sich nicht nur bei NIDA sondern auch in wissenschaftlichen Kreisen breit gemacht hat und sich von der Entwicklung eines effektiven Heilungsverfahren gegen die Drogensucht bedroht fühlt. Lotsof selbst ist sich nicht so sicher über diese Verschwörungstheorie. "Selbst einige der Methadon - Befürworter lenken nun ein. Wer verantwortlich handelt dem ist jedes neue Mittel willkommen, das Süchtigen helfen kann. Doch die alte Garde bietet Resistenz. Es gibt keine Rechtfertigung für die Tatsache, dass NIDA die Entwicklung von Ibogaine gestoppt hat. Sie wussten sehr wohl, dass die Droge relativ sicher ist und dass alle Befürchtungen betreffs seiner Giftigkeit für das Nervensystem sich als null und nichtig erwiesen haben."

Dana Beal, der Begründer der Yippie - Bewegung und Autor des Buches "The Ibogaine Story", ist überzeugt dass NIDA ein Problem mit Howard Lotsof's Vorgeschichte. Wegen seinen Verflechtungen mit der Gegenkultur und seiner Meinung über den vom Staat angeblasenen idiotischen "Drogen - Krieg" ziehen sie es vor ihn zu dämonisieren egal wie gut sein Produkt ist. "Die Dinge die mir Mash sagte bevor wir uns verstritten zeigten darauf hin, dass NIDA ein Problem mit Lotsof hatte. Lotsof ähnelt zu sehr Leuten wir mir."

"Ich arbeitete 4 Jahre zusammen mit Howard Lotsof," sagt Frank Vocci, Direktor der "Medications Development Division" von NIDA. "Auf keinen Fall würde ich den Steuerzahler Millionen von Dollars dafür zahlen lassen." Obwohl NIDA sich nun auf die Entwicklung von Kokain - Antagonisten konzentriert, seufzt Vocci frustriert bei dem Gedanken, dass dies auf Kosten von Ibogaine entschlossen worden sei. "Ich würde sagen, eher das Gegenteil ist wahr. Es wahr ein großes Projekt und wir gaben unser Bestes. 1995 fragten wir eine Gruppe von außenstehenden Klinikern, ob wir weitermachen sollten. Neun von vierzehn gaben uns ein klares Nein. So werden wir uns von alleine nicht mehr für Ibogaine einsetzen, sondern nur noch die Forschungen über Ibogaine fördern, die auf Grund von einem positiven Peer - Review - Prozess die dafür nötige Punktzahl erreichte."

NIDA's Entscheidung von Ibogaine Anstand zu nehmen hatte viel mit dem Tod zweier Frauen zu tun, die Ibogaine einnahmen. Anbetracht der Tatsache, dass diese Todesfälle, wie es sich später herausstelle, nichts mit Ibogaine zu tun hatten, erscheint die eine überstürzte Entscheidung. "Ich weiß," sagt Vocci. "Es tut mir leid, doch es geschah eben einmal so. Zwei Todesfälle, eine variable Pharmakokinese und eine ungewisse Toxizität tragen nicht dazu bei dass die Forschung mit vollem Dampf voranschreitet. Man präsentierte uns Ibogaine als eine Heilmittel mit hundertprozentiger Erfolgsrate. Anschliessend kam man herunter auf eine vollständige Heilung auf acht Personen. Wir können dies ohne pharmakologische Mittel ohne Risiken erreichen. Die Effektivität von Ibogaine wurde in Frage gestellt. Bein unseren Forschungen interessieren wir uns immer über Vorurteile -bewusste oder unbewusste. Die Leute die von den sagenhaften Erfolgen berichten ist eine auserwählte Gruppe von Personen, die es sich leisten können $15000 für eine Behandlung zu bezahlen. Ich behaupte nicht, dass sie ein Placebo bekamen. Ohne Zweifel bewirkt Ibogaine Veränderungen im Gehirn. Doch vielleicht haben sie ein Interesse daran, an die Wirksamkeit von Ibogaine zu glauben."

Am 3/10/1995 umriss Curtis Wright (Medical Review Oficer of the Pilot Drug Staff of the FDA)in einem hochinteressanten Brief an Fank Vocci warum er es für besser hält, wenn NIDA sich nicht direkt um die Entwicklung von Ibogaine kümmert, obwohl er die Droge als sehr vielversprechend einschätzt. "NIDA sollte sich nur um die Entwicklung von Drogen bemühen, mit denen leicht zu gewinnen ist....Ibogaine zu entwickeln ist zu viel Arbeit für dein Team. Es könnte sich als ‚Black hole' erweisen, das alle deine zur Verfügung stehenden Millel verschlingt.....Es ist zwar offensichtlich, dass ein großer Teil der Öffentlichkeit, für die wir arbeiten, diese Droge erforscht haben will. Doch es ist nicht leicht zu entscheiden wie viele Dollars für diesen Wunsch ausgegeben werden sollten."
Selbst Dr. Mash, ein von NIDA unterstützter Wissenschaftler, erfuhr die Veränderung der Einstellung dieser Organisation, als sie einem letzten Versuch, für Ibogaine Forschungsgelder zu bekommen, einen Antrag auf eine Untersuchung seiner Wirksamkeit gegen Kokain - Sucht stellte. "Man schlug meinen Vorschlag kategorisch ab, was mir bisher nie geschehen ist. Ich weinte als ich die Absage bekam und glaubte, dass Ibogaine nun tod sei." Sie gründete das HEALING VISION INSTITUTE for ADDICTION RECOVERY auf einer der karibischen Inseln, wo sie ihre Forschung und Behandlungen weiterführt. Ihre wiederholten Versuche, Investitoren zu finden scheiterte bis jetzt immer an der Frage des ‚Intellektuellen Eigentums". Momentan hat sie einen neues Gerichtsverfahren eingeleitet über das Nor - Ibogaine - Patent, dessen Urheberrechte ihrer Ansicht nach unrechtmäßig Lotsof zugeschrieben wurden. Wenn Ibogaine so gut funktioniert - und der Gerichtsprozess zwischen Lotsof und Mash deuted darauf hin, dass sie nur zu gut das zukünftige Potential von Ibogaine kennen - fragt man sich, warum Investitions - Institute oder private Kapitalisten bis jetzt sich noch nicht darum gerissen haben, ein Stück der Torte sicherzustellen. George Soros, der Milliarden schwere Geschäftsmann mit einer erleuchteten Einstellung gegenüber der US- Drogen - Politik, unterstützt zwar regelmäßig Ibogaine - Seminare in New York, doch kein große Firma hat bis jetzt in Ibogaine investiert.

"Obwohl man meinen könnte, dass eine Substanz die Drogensucht unterbricht, ein riesiges Marktpotential birgt, ist die pharmazeutische Industrie wenig an der Entwicklung von Ibogaine interessiert, da es nicht die Qualitäten einer profitablen, verschreibungspflichtigen Medizin hat. Die meisten verschreibungspflichtigen Mittel werden täglich über eine Periode von Wochen , Monaten oder Jahre eingenommen. Ibogaine wird normalerweise nur ein einziges mal verabreicht," sagt Don Allen.

"Während der letzten 15 Jahren habe ich viele große und mittelgroße Pharma - Konzerne und Venture - Kapitalisten kontaktiert," sagt Lotsof. "Die Leute vom Kapital fragen mich nur: Habt ihr die Zustimmung von der FDA. Sowie ich ihnen nein sage, kommt immer dieselbe Antwort: ‚Nein danke, wir haben uns schon vorher die Finger verbrannt.' Schon immer gab es wenig Interesse unter der Pharma - Industrie, Heilmittel für Drogenabhängige zu entwickeln. Süchtige haben eine viel größere Wahrscheinlichkeit zu sterben als die generelle Bevölkerung, und in einem Land wie die US besteht ein großes Risiko, von den Angehörigen verklagt zu werden für welchen Grund auch immer. Bei der Frage, welche Droge gefördert werde soll, steht also immer die Frage nach potentiellen gerichtlichen Klagen im Vordergrund. Daher fürchten sie jegliche Assoziation mit Sucht."

Dies mag wenig überzeugend klingen, doch es gibt politische Anhaltspunkte dafür: Zur Zeit profitieren in Schweden nur einige Schweine von einer neulich durch reinen Zufall entdeckten Droge gegen Drogensucht mit dem Namen Amperozide. 1992 erweckten einige Einbrüche in Schweineställe von seitens Drogensüchtiger das Interesse der Polizei, die sich daraufhin bei der Upjohn Corporation nach Amperozide erkundigte. Es wurde ihr gesagt, dass die Entwicklung von Amperozide eingestellt wird da es nicht unter das Eigentumsrecht fällt.

So düster die Prognose auch aussieht, Eric Taub - dessen Wunsch es ist, 1% der 140 Millionen Süchtiger weltweit zu behandeln- ist sich des Erfolgs von Ibogaine sicher. "Wir brauchen uns nicht vierteilen lassen, um Ibogaine legal zu bekommen. Man kann die Regierung durch die weltweiten Erfolge von Ibogaine außerhalb den US so in Verlegenheit bringen, dass sie früher oder später einlenken müssen. Ich kenne einen chinesischen Chemist, der in den nächsten zwei Jahren 40 kg synthetischen Ibogaine produzieren kann. Und auch das organisch gewonnene ist verfügbar. Ein Bio-Chemiker in unserem Kreis kann in einem Jahr eine Million Pflanzen klonen, die überall in der westlichen Hemisphäre wachsen. Mein Traum ist es, ein Ibogaine - Zentrum in jeder Stadt der Welt zu haben."

"Ibogaine bringt eine neue Weltsicht mit sich," sagt Dr. Den Alpers. "Deshalb trifft es auf so viel Widerstand. Es war so mit jeder wirklich neuen Entdeckung in der Wissenschaft. Es ist schon erstaunlich, wie weit eine Selbsthilfe - Organisation für Drogensüchtige gekommen ist. Diese Personen haben keinerlei politische Macht, keine Verbindung zur Großindustrie. Normalerweise kostet es zwischen 20 und 50 Millionen Dollar, um eine Medizin auf den Markt zu bringen. Und diese haben dies schon halbwegs erreicht ohne jeden Sponsor. Nicht übel! Und es geht weiter!"


Es folgt die Präsentation von Barbara E.Judd, CSW, während der achten internationalen Konferenz über Drogenschäden in Washington DC am 19 ten November, 1994


Einführung:
Ich arbeite bereits seit 12 Jahren in einer offenen Klinik mit Süchtigen die nicht selten von mehr als einer Droge abhängig sind. Meiner Erfahrung nach sind die ersten neun Tage nach dem Entzug am schwierigsten für den Patienten als auch für den Therapeuten. Ich würde gerne die Lotsof Methode der traditionellen ambulanten Behandlung gegenüberstellen. Meine Beobachtungen beziehen sich auf eine kleine Probe von Patienten in den US und Europa und sie sind noch nicht abgeschlossen.

Meine Beschäftigung mit Ibogaine begann 1993, als ICASH (Coalition for Addict Self - Help) an mich herantrat und mich bat, mich um die Nachbehandlung von fünf Patienten zu kümmern, die mit Ibogaine behandelt wurden. Es handelte sich um vier weiße Männer im Alter zwischen 30 und Mitte 40 und einer 30 jährigen Frau. Sie waren von Heroin, Methadon und / oder Kokain abhängig. Außerdem konsumierten sie Marihuana, Alkohol und Psychedelica. Diese Gruppe traf sich einmal in der Woche über einen Zeitraum von einem Jahr.

Ein Mitglied dieser Gruppe bekam gleichzeitig auch noch individuelle Therapie. Dieser Patient, den wir M. nennen werden, ist noch immer in meiner Behandlung. M. ist 33 Jahre alt und war von Heroin, Methadon und Kokain abhängig. Er konsumierte Drogen seitdem er 14 Jahre alt war.

Meine letzte Beschäftigung mit Ibogaine geht auf drei männliche Patienten zurück, bei deren Behandlung mit der Lotsof - Methode ich in Panama assistierte.

Meine letzte Beschäftigung mit Ibogaine geht auf drei männlichen Patienten in Panama zurück, die sich von NDA International mit der Lotsof Methode behandeln ließen. Alle drei waren weiße Männer zwischen 30 und 40. Zwei von ihnen konsumierte hauptsächlich Kokain. Einer von ihnen rauchte es oder sniffte es, der andere spritzte es sich intravenös. Der dritte Patient war Heroin und Kokain abhängig mit sporadischem Methadongebrauch, um seinen Konsum etwas zu bremsen. Alle Patienten gebrauchten Drogen seit 6 zu 16 Jahren.

Einer der schwierigsten Aspekte in der Drogensuchtbehandlung ist es den Patienten zu überzeugen sich behandeln zu lassen. Die drei größten Hindernisse sind die Furcht vor den Entzugssintoomen, Mangel an Einsicht und die Unfähigkeit, die Begierde nach der Droge zu kontrollieren. In genau diesen Bereichen sah ich die Vorteile von Ibogaine gegenüber traditionellen Therapien.

Furcht vor dem Entzug
Unzählige Patienten berichten, dass ihre Furcht vor dem Entzug sie aufhält, Hilfe zu suchen. Und auch wenn der Entzug von Kokain weniger schmerzhaft ist als der von Narkotischen Mitteln, so tritt dann um so mehr die Furcht vor dem psychologischen Schmerz in den Vordergrund, niemals mehr Kokain nehmen zu können. Und sie müssen die tiefsitzende Angst überwinden, nach dem Entzug von den Gefühlen, die durch die Narkotika unterdrückt wurden, überwältigt zu werden.

So sind die meisten Drogensüchtige wie versteinert angesichts ihrer Angst vor einem Entzug in einem Krankenhaus und vermeiden es, eine Behandlung anzufangen.

Im Gegensatz dazu konnte ich beobachten dass Patienten begeistert waren, sich mit Ibogaine behandeln zu lassen, da Ibogaine
1. eine bis zu 100% Elimination der schmerzhaften Entzugserscheinungen verspricht,
2. es nur einmal genommen werden muss,
3. der ganze Entzug nach einer 72 Stunden vorbei ist,
4. es unter Aufsicht geschieht und
5. Ibogaine verspricht, den unkontrollierbaren Wunsch nach der Droge zu unterbinden.

3 Patienten in Panama:
Vor seiner Behandlung spritzte sich Patient ‚1' in zwei von drei Tagen Heroin und Kokain im Wert von ungefähr 100 Dollar. Patient ‚2' verbrauchte jeden Tag ca 80 Dollar an Kokain und Alkohol. Patient ‚3' spritzte und rauchte täglich Kokain im Wert von $ 50. Er war vorher heroinabhängig.

Ich konnte beobachten, dass alle drei Patienten während der Behandlung ruhig und zufrieden waren ohne an Entzugserscheinungen zu leiden. Anbetracht des enormen Drogenkonsums vor der Behandlung ist dies bedeutungsvolles Resultat. Die Tatsache, dass die Patienten kaum Beschwerden während der Behandlung hatten, zeigt wie wichtig Ibogaine am Anfang einer Therapie ist. Der Patient ‚M' formuliert es so: "Ibogaine ist eine viel humanere und würdigere Methode."

Hindernisse in der traditionellen Behandlungsmethode
Der zweite Grund, warum so wenige Süchtige Hilfe suchen ist ihr Mangel an Einsicht. Einsicht ist nötig so dass die Patienten fähig sind, sich auf zukünftige Ziele konzentrieren zu können. In den traditionellen Methoden verwendet der Patient vor allem während der ersten 90 Tage nach dem Entzug viel mehr Zeit darauf, gegen den Impuls, sich zu narkotisieren, anzukämpfen. Die traditionellen Verfahren erfordern mehr als ein Jahr Gruppentherapie einmal oder zweimal pro Woche, um die nötige Einsicht in die tiefen persönlichen Probleme zu entwickeln.

Im Gegensatz dazu konnte ich während meiner Nachbehandlungen der Patienten, die mit Ibogaine behandelt wurden, feststellen, dass sie schon eine große Einsicht in ihre eigene Problematik und ihr Gefühlsleben erreicht haben. Sie verstehen warum sie rauschgiftsüchtig geworden sein mussten.

Nach der Ibogaine - Behandlung erlebten sie ihren Drogenmissbrauch als destruktiv. Diese Realisation gekoppelt mit einer Psychotherapie erlaubte diesen Patienten an Strategien zu arbeiten um ‚clean' zu bleiben und ein drogenfreies Leben zu führen.

Es scheint dass die erste Phase der Ibogaine - Erfahrung diese Einsichten auslöst. Die Visionen dieser Phase stehen in engem Verhältnis mit unterdrücktem psychologischem Material. Die Bildern und Gedanken, die rasch aufeinanderfolgen sind der Ausdruck einer psychologischen Bearbeitung, die es dem Patienten erlaubt, seine emotionale Geschichte besser zu verstehen.

‚Craving', das Bedürfnis, Drogen einzunehmen, ist der Hauptgrund, warum traditionelle Behandlungsverfahren nicht funktionieren. Das Problem des Rückfalls ist inhärent in jedem Rauschgiftmissbrauch. In meiner Erfahrung, jeder Entzug - mit oder ohne Ibogaine - führt mit großer Wahrscheinlichkeit früher oder später zum Rückfall.

Nach meinen Statistiken hat sich jedoch das ‚Craving' in der mit Ibogaine behandelten Gruppe deutlich reduziert für mindestens zwei bis 12 Monate. Dies sorgte für einen sichtlichen Vorsprung gegenüber der mit traditionellen Methoden behandelten Gruppe, die sich hilflos dem ‚Craving' ausgesetzt fühlte. Diese Patienten müssen noch mit Hilfe von Selbst - Hilfe Organisationen und der Psychotherapie grundlegende Methoden erlernen um ohne Drogen auszukommen. Die mit Ibogaine behandelten Patienten auf der anderen Seite können auf Selbst - Hilfe - Organisationen verzichten. Psychotherapie scheint jedoch sehr hilfreich für sie zu sein.

Schlussfolgerung:
Im ersten Stadium sind es besonders drei Faktoren die eine effektive Suchtbehandlung behindern:
· Furcht vor dem Entzug
· Mangel an Einsicht
· Craving
Bis jetzt gibt es noch keine Möglichkeit, sich in den USA mit Ibogaine behandeln zu lassen. Es ist mein Wunsch, dass die Forschung demnächst Daten erbringt, um die oben erwähnten Beobachtungen zu untermauern. Die Aussicht auf einen schmerzfreien Entzug macht aus Ibogaine eine attraktive Alternative zu traditionellen Behandlungs- - Methoden. Da es alle mit Rauschgift verbundenen Störungen unterbricht, gibt es Patienten einen deutlichen Vorsprung in der Genesung von ihrer Sucht. Es erhöht ebenfalls die Empfänglichkeit der Patienten für eine Psychotherapie, was ein wichtige Schritt zur Wiederherstellung der Gesundheit ist.

 

 

 

LexikonderZauberpflanzen

Kapitel aus dem Buch: Trips, Wie Halluzinogene wirken

Kapitel aus dem Buch: Traum und Wirklichkeit, Naranjo

London Times

Wall Street Journal 2002

Esotera

Hanfblatt

Herointimes

Einführung | Forschung | Zeugen-Aussagen | Fragen und Antworten | Literatur | Behandlung | Kontakt-Adressen | Sitemap

Kontakt: ibeginagain@aol.com 1-888-243-4793
© 2003. All Rights
Reserved.