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Ibogaine

Die Erfahrung eines Arztes
In den letzten Wochen habe ich mich für diese Ibogaine-Erfahrung vorbereitet mit Meditation und in dem ich mir klarer wurde über meine Absichten. Ich habe mich sogar darrauf vorbereited zu sterben, obwohl ich weiß, dass es nicht geschieht. Seit Mittag habe ich gefasted und heute morgen nahm ich eine große Ibogaine - Kapsel ein, nachdem ich eine halbe Stunde vorher eine Fiale mit chinesischen Kräutern geschluckt habe. Eric und ich sprachen noch ein wenig, dann bitte ich sie, mit mir zu meditieren. Nach ca. 55 Minuten wurde mir etwas schwindlig und so gehe ich ins Bett, zünde eine Kerze an und mache es mir bequem.
Nach kurzem erscheint eine sich wirbelnde Spirale von Licht, deren Kreiselbewegung periodisch die Richtung wechselt. Was zu dieser Zeit noch beeindruckender war ist ein Konzert von allem möglichen Geräuschen: Pfeifen, Brummen, Schnalzen, Zischen und ein ‚binauraler' Ton, genau wie die Hemi-Sync-Klänge [simultan gespielte differenzierende Rhythmen, die ein Synchronisation der beiden Gehirn- Hemispheren hervorbringt]. Dieser Ton begleitet mich während der gesamten Erfahrung. Ich erinnere mich an eine Anästhesie mit Äther als ich vier Jahre alt war. Ich hörte ähnliche Geräusche und fragte mich, ob ich noch einmal bewusstlos gemacht werde.
Mein Körper unterzieht sich fremdartigen Verwandlungen. Das ganze Nervensystem erleuchtet sich und ich fühle überall im Körper eine warme, vibrierende Elektrizität. Meine linke Körperhälfte wiegt sich wie ein Boot im Wasser, während die rechte Seite ruhig bleibt. Ein Schlüsselloch erscheint und es wird zum Rätsel, was innen und was außen ist.
Nach einer Pause ohne Bilder erleuchten sich meine Augenlieder plötzlich und ich befinde mich in einem wunderschönen sonnigen Tag. Ein männliche Figur kauert am Rande eines Kliffs und schaut über den Ozean. Plötzlich steht er auf und springt über das Kliff in den Ozean mit den Händen über dem Kopf. Dann sehe ich nur noch seine Arme aus dem Wasser herausragen. Und mit diesem "Sprung des Narren" [erste Karte des Tarot- Systemes] beginnt eine lange Serie von Bildern - mit einem hypnotischen Schlaf vergleichbar. Doch viele sind grotesk und blutdurstig. Ich versuche diese Bilder zu beeinflussen, doch es gelingt mir nicht. Nun wird eine Trennung in mir bewusst: der Beobachter in mir und die Prozesse, die in mir ablaufen. Die Szenen werden ohne viele Emotionen erlebt und sind meist mit Humor gefärbt. Die meisten werden präsentiert wie Daten. Parallel dazu läuft immer ein innerer Dialog mit mir selbst ab.
Ich wundere mich, ob diese Alpträume ewig dauern. Neue Bilder, schwierig zu erkennen und flüchtig. Eine Szene erscheint mehrere male: Menschen, Männer, Frauen, Kinder, alle bis über die Hüften im Wasser stehend und nackt. Sie sind nicht besonders schön, oft sogar hässlich. Alle stehen in diesem dunklen Wasser auf dem sich eine kupferne Sonne widerspiegelt und alle schauen mich an.
Durch eine Kakophonie von Tönen, visuellen Eindrücken und Gefühlen wird all dies als sehr intensiv erlebt. Nicht immer sind es schöne Gefühle. Ich werde mir bewusst, wie sich mein Genick versteift, mein Kiefer knirscht und Rücken sich krümmt. Meine Hände fühlen sich an als ob sie sich bewegen obwohl sie ruhig liegen. Ab und zu bewege ich meine Arme und Hände, da scheinbar die Tendenz haben, gefühllos zu werden.
Ich fühle einen Schmerz im Magen, der mich fast zwanzig Stunden begleitet. Er steigert sich bis zu dem Punkt dass ich befürchte, ich müsste mich erbrechen, doch nimmt dann wieder ab und bleibt dann im Hintergrund von wo ich ihn von Zeit zu Zeit wahrnehme.
Der Ansturm von Bildern ähnelt den Halluzinationen die ich nach meinem Autounfall hatte. Der Unterschied ist dass die Bilder nach dem Unfall sich auf das Geschehen der vorherigen zwei Tage bezog, während die Bilder auf Ibogaine keine Erinnerungen darstellen. Auch sind sie begleitet von allerlei Tönen, die oft verzerrt sind und auf bizarre Weise in meinem Kopf widerhallen. Ein kleines Geräusch im Haus lässt mich oft rätseln, von wo es kommen könnte, doch die Verzerrung des Geräusches lässt dieses Unterfangen immer scheitern. Oft ähneln sie Stimmen von Menschen die zu schnell reden und ich nicht vermag ihnen zu folgen.
Nun trete ich in die eigentliche Ibogaine - Erfahrung ein: Man gibt mir Lektionen über Kausalität im Leben und was ich noch zu lernen habe. Es erscheint mir dass sobald sich eines dieser inneren Probleme präsentiert, wird es alsbald auf unerklärlicher Weise auch gelöst. Sollte ich die Lektion nicht verstanden haben, erscheinen Worte, die sich dann in einer Liste aufgenommen werden, die sich am rechten unteren Rand meines Gesichtsfeldes befindet. Vor der Lektion habe ich eine Sensation als ob meine Mütter sterben würde. Ich halte sie in meinen Armen, dann stirbt sie. Ich bin besorgt, da sich alles so real ist. Ich habe das Gefühl, ich sollte sie anrufen, doch da es zu schwierig ist, aus dem Bett zu kommen, lasse ich es fallen.

Jede dieser Lektionen zeigt immer alle Seiten eines Problems, seine Hintergründe, seine Ursachen und seine Wirkungen. All dies geschieht mit Lichtgeschwindigkeit. Ich kann zwar einige Details des Geschehens verändern, doch die große Richtung und der Bedeutungsinhalt besteht. Es ist als ob sie gelenkt wären. Außer der Erscheinung meiner Mutter kenne ich keinen der Menschen, die erscheinen. Im Folgenden sind einige der Probleme, an denen ich noch zu arbeiten habe oder die schon durch die Ibogaine gelöst wurden während dieses anstrengenden Tages:
1. Höre auf zu verführen (nicht unbedingt in einem sexuellen Kontext)
2. Höre auf immer Anerkennung zu benötigen
3. Lebe im Jetzt
4. Sei nicht so streng mit dir Selbst
5. Akzeptiere das Älterwerden
6. Habe Vertrauen

Vor allem der letzte Punkt wurde mir in einer humorvollen Weise nahegelegt. Ich befand mich in einer Konversation und sagte zu der Gruppe: "Ich glaube nicht, dass ihr es nicht getan habt..." In diesem Augenblick erscheinen die Worte, die aus meinem Mund kamen, als Schrift und ich und die anderen Personen verschwinden von der Szene. Dann wurden die Worte "dass ihr es nicht getan habt" herausgeschnitten und die anfänglichen Worte "Ich glaube nicht" vergrößert und ins Zentrum des Blickfeldes gebracht. Deshalb schaue ich nun auf die Aussage "Ich glaube nicht" , die in großen Buchstaben vor mir steht und muss darüber nachdenken. Ich rufe aus: "Aber ich glaube doch". Doch die Buchstaben pulsieren. Dann wurde das "ich" und das "nicht" abgeschnitten, worauf ich nur noch "Glaube" in riesigen pulsierenden Buchtstaben vor mir aufleuchten sehe.

Während des ganzen Erlebnisses bin ich erstaunt wie ich mich andauernd selbst erniedrige , mich tadele, mich als wertlos und voll mit Fehlern sehe. Es war für mich von unvorstellbarem Wert, diesen inneren Dialog zu entlarven. Er hörte nach meinem Ibogaine- Erlebnis auf oder wurde zumindest stark modifiziert. Die meisten meiner Lektionen kamen von dem Bewusstwerden dieses inneren Dialoges.

Ich befürchtete, dass die Droge bei mir nicht funktioniert. Es dauerte lange bis ich ihre Wirkung spürte und nach jeder Phase des Erlebten hatte ich Angst, dass nichts weiteres geschieht. Deshalb bekam ich die Lektion über das Leben im Jetzt. Gleichzeitig klärte Ibgoaine meine krampfhaften Erwartungen in dem sich über meine Meinung lustig machte, dass ich keine Erwartungen hätte, denn ich hatte große Erwartungen. Ich erwartete astrale Reisen, bedeutungsvolle Erinnerungen dieses und vergangener Leben, Licht- Tunnels und Begegnungen mit allerlei mystischen Gestalten. Anstatt dessen brauchte ich einige Zeit um mich zurechtzufinden und zu erkennen, dass das was sich vor meinen Augen abspielte, in der Tat sehr bedeutungsvoll war und mich transformierte.

Man sagt mir, ich solle wieder mehr wandern. Auch habe ich einige humorvolle Sensationen: Mein Magen knurrt und ich ‚höre' wie etwas meine Speiseröhre hinaufkrabbelt. Schlucken empfinde ich so laut, dass ich befürchte, Eric, der im anderen Zimmer am Computer arbeitet, zu stören.

Nun ein langes Selbst- Gespräch über die Möglichkeit, alles von einem wahrhaft spirituellen Standpunkt aus zu sehen. In Ehrfurcht bewundere ich wie alles in diesem Universum so perfekt funktioniert. Ich sehe das Wunder unseres Körpers in all seinen Details. Obwohl ich mir dessen schon vorher bewusst war, "erlebe" und "sehe" ich es nun auf eine vollkommen neue Weise. Ich erkenne, dass Form und Funktion zwar ein Objekt definieren, dass sie jedoch bedeutungslos sind solange sich das Objekt nicht im Raum bewegt

Auch dass "ich kann nicht" einfach bedeutet: "ich will nicht"
Eine lange Meditation über Gefühle. Ich sehe dass sich von einer Art Plastik - Folie zugedeckt sind um sie vor meinem Bewusstwerden zu schützen. Ich erkenne, dass diese Plastik - Folie gelüftet werden muss.

Manchmal versuche ich Themen wie Essen, Sexualität oder vergangene Erinnerungen auf den Tisch zu bringen, doch man lässt mich wissen, dass dies im Moment nicht wichtig ist. Später wird mir bewusst dass diese Probleme durch das Inachtnehmen der oben genannten 6 Punkte gelöst werden

Ich fühle mich nun nicht mehr wohl, und als Eric wieder nach mir schaut, frage ich ihn nach der Uhrzeit. Es sind 6 Stunden nach der Einnahme von Ibogaine vergangen. Die intensivste Phase ist vorbei, doch sehe ich immer noch die selben Bilder und ich habe immer noch Schwindel. Ich bin erstaunt dass ich meinen Körper beobachten kann wie er langsam atmet obwohl er schläft und doch nicht eingeschläfert ist, da ich meine Augen öffnen kann und mich jeder Zeit mit jemandem unterhalten kann wenn ich will. Es ist wie ein Wachtraum in dem man bewusst träumt und die Ereignisse des Traumes beeinflussen kann. Der Herz- und Atemrhythmus deuten darauf hin dass man sich im Schlaf befindet, und doch schläft man nicht. Ibogaine ist ein starkes Stimulans, da ich die ganze Nacht nicht schlief und mich doch nicht müde fühlte. Nach 24 Stunden im Bett ohne zu schlafen, stehe ich am nächsten Tag auf ohne mich müde zu fühlen, ( obwohl ich mich etwas schwindlig fühle).

Ich stehe auf und setzte mich für eine Weile im Wohnzimmer mit Schwindel und vielen Geräuschen und bin kaum fähig, meine Augen zu öffnen. Trotzdem esse ich eine Banane und ein Ernussbutterbrot. Dann gehe ich zurück ins Bett.

Für den Rest der Erfahrung gehe ich über die Erlebnisse meines vergangenen und derzeitigen Lebens. Es ist mir unwohl. Nachdem ich mich zur Toilette schleppte, gehe ich gerne wieder ins Bett. Meine Arme beginnen zu kribbeln und ich finde keine Position um dies zu verhindern. Ich lege meinen Arm in eine Schiene, die ich für eine Sehnen-Entzündung meines Handgelenkes trage. Es hilft ein wenig und dann verschwindet der Schmerz.

Ich habe Rückenschmerzen und meine Schultern und Hüften tun mir so weh, dass ich mich oft von einer Seite zur anderen drehe um wenigstens für ein paar Minuten bequem zu sein. Ich will es vermeiden Aspirin zu nehmen, da mein Magen noch immer schmerzt. Mein großer Zehen schmerzt, wo die Decke ihn berührt. Nach einer schlaflosen Nacht stehe ich auf, esse ein wenig, und gehe dann zurück ins Bett, wo ich diesmal zwei Stunden Schlaf bekomme. Nach dem Erwachen sind alle Schmerzen verschwunden, und ich fühle mich klar, ausser ein wenig Schwindel. Und so endet alles.

Während der vergangenen zwei Tage redete ich des öfteren mit Eric, was mir half, das Geschehene richtig einzuordnen. Nicht nur einmal sagte ich zu mir selbst, dass ich verrückt sein muss, mich in diesen Zustand zu bringen. Und selbst an diesem Morgen hatte ich noch meine Zweifel, doch abends sah ich das ganze Erlebnis als sehr positiv und wäre nicht überrascht, noch einmal Ibogaine zu nehmen in ein paar Jahren. Ich war glücklich, mich an die ganze Liste der Lektionen zu erinnern, wenn ich auch viele der Szenen vergaß. Es war solch ein Ansturm Visionen, dass ich befürchtete, alles zu vergessen.

Dieses Erlebnis erinnert mich noch an zwei weitere Dinge: Es war wie die Geburt meiner Söhne, in der ich ruhig und gelassen die Leiden auf mich nahm, da ich etwas sehr wertvolles und neues gebären ließ. Zweitens erkannt ich viele Gemeinsamkeiten meines Erlebnisses mit den Beschreibungen der tibetanischen Totenbuches. Wie in diesem Buch und wie in den "Near Death Experiences" beschrieben wird, hatte ich am Anfang eine große Verwirrung, die sich dann aufklärte.

Jane und Donald sprachen mit mir über die Geräusche die ich hörte und sagten, dass sie denen entsprachen, die man in dem astralen Körper hört. Töne sind sehr wichtig und bedeutungsvoll.

Melissa legte mir nahe, dass die Schmerzen von der Speicherung meines Körpers von Trauma und inneren Blockierungen herrühren kann.

Nachdem ich daheim ankam erfuhr ich von meiner Mutter, dass men Großvater ein Mörder war. Während sie mir von ihm erzählte, höre ich von neuem die Geräusche und , die ich während des Iboaine- Erlebnisses hatte. Dann erscheint eine Szene, in der ich nackt gehalten wurde mit meinen Armen auf dem Rücken gefesselt. Eine Person greift brutal nach meinen Brüsten und schneidet eine nach der anderen ab. Ich schreie in dieser Szene und höre doch gleichzeitig ruhig den Erläuterungen meiner Großmutter zu. In dieser Nacht kehren die Töne und Klänge und selbst viele der Körpergefühle wieder zurück. Die Nacht war wir eine Mini-Ibogaine - Sitzung.

Nachdem ich wieder zu Hause ankam, bin ich viel ruhiger und mein Selbst hat sich irgendwie vertieft. Eine spürbare Veränderung.



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Eine Erfahrung mit Ibogaine

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