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Ibogaine

Betrachtungen über eine Ibogaine-Erfahrung von Geerte F.

Geerte F. ist eine 26-jährige holländische Frau die sich einer Ibogaine-Behandlung unterzog, um sich von ihrer Heroinabhängigkeit zu befreien.In diesem Bericht beschreibt sie ihre Erfahrung und ihre Reflexionen 6 Monate nach der Behandlung. Seit der Behandlung blieb sie drogenfrei.

Mein Problem mit Heroin dauerte ungefähr 4 Jahre während denen ich ungefähr 15 Monate kein Heroin nahm. Von einem Freund in New York hörte ich über Ibogaine woraufhin ich ICASH (International Coalition for Addict Self Help) kontaktierte. Ich nahm Ibogaine am 25ten Oktober 1989.Ich schreibe diesen Bericht 6 Monate nach der Behandlung. Je mehr Zeit vergangen ist nach meinem Ibogaine- Erlebnis, desto klarer wird für mich der Effekt von Ibogaine. Einen Tag vor meiner Behandlung gab man mir eine kleine Dose um zu sehen , ob ich eine allergische Reaktion dagegen habe.Nach ungefähr einer Stunde hatte ich starke Erinnerungen an meine Kindheit. Ich marschierte durch das Haus in dem ich aufwuchs und es fiel mir vor allem auf , dass ich klein war - ungefähr 4 Jahre alt. Während ich herummaarschierte sprangen mir alle möglichen Einzelheiten in die Augen, von denen ich nie dachte , dass sie wesentlich seien. Ich erfuhr mich wie meine Eltern mich damals sahen.

Vor der Behandlung sagte man mir,ich würde mein ganzes Leben wie in einem Film sehen und unterdrückte Erinnerungen wiedererleben. Was meine Erfahrung betrifft, geschah es nicht chronologisch wie in einem Film. Um 10 Uhr morgends nahm ich 1200mg Ibogaine in einer Kapsel mit etwas Tee auf leeren Magen. Ich wartete auf einen Fluss von Erinnerungen. Ich fühlte mich nicht gut, da ich Heroin zum letztenmal vor über 12 Stunden nahm. Nach ungefähr einer Stunde sah ich rosa-grüne diamantartige Formen.Mein Körper fühlte sich schwer an, doch beherrschte ich noch gut meinen Körper. Für eine Stunde wurde ich untersucht, ob mein Gang wackelig wurde, ein Zeichen dafür, dass das Ibogaine wirkt. Man forderte mich auf, einige Male durchs Zimmer zu gehen. Mit Willenskraft war es möglich, kerzengerade zu gehen. Es wurde mir klar, dass dies auch für andere Drogen zählt und dass es somit einen unsterblichen Aspekt in mir gibt, eine unveränderliche Präsenz.

Die Schlussforgerung war, dass es keinen Sinn gibt , Drogen zu nehmen, da sie diesen Bewustseinszustand unterdrücken. Ich wurde mir auch klar über die unendlichen Möglichkeiten eines klaren Verstandes. In den folgenden Stunden kamen Erinnerungen zu mir wie Blitze eines Stroboskops. Töne wirkten sehr irritierend, da sie in mir ein lautes oszillierendes Echo hervorriefen.Ich hörte die ganze Zeit ein Summen im Raum als ob eine gigantische Fliege in einer Ecke des Raums herumflog. Es erinnerte mich an Carlos Castaneda als er die Fliege als den Wächter zwischen zwei Welten beschrieb. Ich sträubte mich dagegen, diese ‘andere Welt ‘ zu erfahren. Doch mittlerweile befand ich mich schon längst in ihren unendlich weiten Ebenen. Hinten in meinem Kopf hörte ich Töne. Sie wurden umso lauter je mehr ich mich auf sie konzentrierte. Ich hörte afrikanische Trommeln. Ich hatte Visionen, durch den afrikanischen Dschungel zu gehen. Es war als ob diese Rhythmen schon immer in meinem Kopf existierten. Sie mussten nur befreit werden. Die Visionen von Afrika machten mich unwohl. Zum erstenmal akzeptierte ich , als Weisse in Nord-Europa geboren zu sein. Ich sitze auf meinem Bett und blase durch meine Hände als ob sie ein grosses Rohr sind. Ich mache vibrierende Töne ohne zu wissen warum. Monate später traf ich in Delhi einen Deutschen, der ein australisches Instrument namens Didjeridoo spielte. Es ist ein 6 Fuss langer von Termiten ausgehöhlter Zweig eines Baumes der mit Bienenwachs eingerieben ist. Ein Ende davon wird an die Lippen geführt und man bläst durch das Rohr indem man die Lippen vibrieren lässt. Es macht denselben dumpfen, rollenden Ton wie ich ihn auf Ibogaine hörte.

Zwei Stunden sind nun schon vergangen seit ich Ibogaine nahm. Es ist mir schlecht. Ich muss mich übergeben. Ich habe den Eindruck, durch mein Gehirn zu gehen wie in einem gigantischen Komputer. Ich komme an langen Schubladen mit spezifischen Informationen vorbei, die nach Wunsch geöffnet werden können. Jemand im Hotel schaltet den Radio ein , der gerade Webung sendet. Sofort öffnet sich eine Schublade in meinem Gehirn mit all den Liedern die ich in meinem Leben hörte. Ich werde mir darüber klar mit wieviel Scheisse unser Hirn vollgestopft ist , das den Platz von wichtigerer Information wegnimmt.

4 Stunden nach der Einnahme musste ich mich zweimal erbrechen und ich entscheinde mich , zurück nach Utrecht zu fahren. Im Zug sehe ich viele Menschen , die ich als tot im Kopf erlebe. Zu Hause muss ich mich nocheinmal übergeben. Dies gibt mir das Gefühl, dass man mich betrogen hat. Ich sollte keine Entzugserscheinungen spüren.Deshalb entschied ich mich etwas Heroin zu nehmen. Daraufhin fühle ich mich etwas besser. Nachdem ich mich übergab fühle ich mich erleichtert, doch wegen dem Ibogaine schmeckt und riecht alles bitter. Später in dieser Nacht ,als der Effekt des Heroins aufhört, liege ich auf der Couch und falle in einen halb Traum halb Wachzustand. Ich sehe mich selbst auf der Couch liegend. Darauf habe ich eine Vision meiner Selbst als Fötus in meiner Mutter’s Gebärmutter. Ich erlebe meine eigene Geburt. Ich fühle eine unglaubliche Liebe, die mir meine Eltern widmen. Diese Erinnerung befähigt mich, die Fehler, die meine Eltern begiengen während sie mich grosszogen, zu akzeptieren. Zum erstenmal fühle ich Respekt für meine Eltern, was zu einer harmonischen Beziehung zu ihnen führt. Noch viele andere Traumfragmente erscheinen.

Am nächsten Morgen erwache ich erfrischt, wie neu geboren und heisshungrig. Ich verschenke mein Heroin. Ich bespreche meine Erfahrungen mit meinem Freund. Es ist als ob sich alles wie von selbst ergiebt.Es ist als ob alle Informationen in den Schubladen deines Gehirns auf einen grossen Haufen geschüttet würden, um dann objektiv betrachted werden zu können und wieder eingeordnet zu werden befreit von ihrem emotionellem Trauma. Schliesslich merke ich, dass es mir nicht schlecht geht. Ich muss mir keine Sorgen mehr machen woher ich das Geld nehme, um zum Dealer gehen zu können. Mit der gewonnenen Zeit kann ich nun unseren Trip nach Nepal und Indien vorbereiten.

In den folgenden Tagen schwankt meine Energie häufig. Am einen Tag fühle ich mich unglaublich energiegeladen und aktif, und am nächsten Tag kann es sein dass ich mich entspannen muss. Wir fühlen uns beide sehr positiv, von Freude erfüllt und begeistert. Ein Entzug fand nie statt bis auf einiges Gähnen und minimalem Schüttelfrost. Während eines normalen Entzugs brauchst du deine gesamte Energie um die Krankheit überstehen zu können und es brennt dich total ab. Doch dieses Mal fühle ich mich sehr motiviert, mein Ziel zu ereichen.

Meine Junkie-Freunde waren am Anfang sehr skeptisch bis sie erkannten, dass mein Freund täglich seine Portion von 65 mg Methadon verkaufte, u.z. wochenlang. Und sie sahen, dass er sein Geld nicht für Heroin, Kokain oder Alkohol ausgab, sondern für Reiseausrüstung. Viele fühlten sich irritiert von unserem Enthusiasmus. Andere wollten auch Ibogaine versuchen und ich war frustriert, weil ich es ihnen nicht geben konnte. Nach meiner Behandlung liess mich die Gegenwart von harten Drogen ziemlich gleichgültig und stellte keine Bedrohung dar. Sie waren weder positiv noch negativ für mich. Sie spielten einfach keine Rolle mehr.

Natürlich nahm ich aus Neugierde etwas Heroin, doch wurde ich davon nicht high. Es war sogar als ob das Ibogaine wieder reaktiviert würde. Noch 4 Monate nach der Behandlung sah ich Farben und Licht viel intensiver als normalerweise. Ich erlebte keine negative psychische oder physische Nebenwikungen von Ibogaine. Ich bemerkte, dass ich viel weniger sensibel für Drogen bin als vorher. Ich verlor das Interesse an Drogen ,weil die Wirkung von Ibogaine weit über deren Effekt hinausgeht, wenn auch nicht immer auf eine angenehme Art und Weise.Es ist nun unmöglich, wieder eine drogenabhängige Persönlichkeit zu werden ohne meine willkürliche Entscheidung. Ibogaine gab mir die Wahl. Ich kann nun jede Droge gebrauchen ohne von ihr missbraucht zu werden. Ich sehe mich daher als geheilt von einer ‘Geisteskrankheit’.

Meine Gegenwart ist nicht mehr bestimmt von der Vergangenheit. In der Gegenwart erfahre ich die Vergangenheit als eine Anregung zur Ueberlegung. Daher ist die Vergangenheit kein Hindernis mehr sondern eine Quelle von gesammelten Informationen. Die Einsicht eines kollektiven Bewusstseins ist eine mystische und religiöse Erfahrung. Es bestätigt die Einheit aller Lebewesen und das Gefühl der Separation zwischen dir und der Aussenwelt verschwindet. Ibogaine war ein mentaler Prozess für mich- eine Art spiritueller Reinigung und Wahrheitstrunk. Ich erlebte, dass seine Wirkung noch lange in mir arbeitete. Erst jetzt, nach 6 Monaten, kann ich sagen, dass ich nicht mehr abhängig bin. Es braucht Zeit um zuzugeben, dass es kein Zurück mehr gibt. Ibogaine ist nicht die Lösung an und für sich , doch eliminiert es die Entzugserscheinungen. Ibogaine lässt dich erkennen , dass du soviel Willenskraft hast wie du brauchst um dich zu heilen. Es liegt an dir ob du dein drogenabhängiges Ego aufgeben willst oder nicht





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